Video der Selbstreflektionsmaschinen (mit Zeitkaleidoskop-Installation) bei Ausstellung Hygienemuseum:

https://www.youtube.com/watch?v=xofgFZ1zv_M

 

Zeitkaleidoskop

Wenn wir ein bewegliches Bild von uns sehen, so erkennen wir es als unser Spiegelbild, wenn es sich genau spiegelbildlich zu uns verhält, wenn also das Spiegelbild unsere Handlungen „imitiert“. Diese Wahrnehmung kann aber gestört werden; frühere Kulturen waren sich deshalb nicht sicher, dass unser gespiegelter „Doppelgänger“ nicht doch auch selbständig handeln könnte, also unter geeigneten Umständen eine eigene und vielleicht gefährliche Identität entwickeln könnte.

 

Zeitkaleidoskop_Dresden2014_crowd




Unsere Erwartung eines engen Zusammenhanges zwischen eigenen Handlungen und denen des Spiegelbildes ist der Ausgangspunkt für die Installation Zeitkaleidoskop. In einem oktogonalen zeltartigen Raum betritt der Besucher ein Podest, von dem aus sein vielfaches Spiegelbild sichtbar wird, wie in einem Kaleidoskop. Die Spiegel sind aber tatsächlich Projektionsflächen, auf denen digitale Kameras den Betrachtern ihr Spiegelbild auf vielfältige Weise zeitlich verzerrt zurückspielen.

Die Verzögerung ist dynamisch wie eine Kippfigur, wo jeden Moment die Identität des Betrachters in das Spiegelbild schlüpfen kann. Wissenschaftliche Experimente in der Installation zeigten, dass sich für den Betrachter im Zeitkaleidoskop die Zeitwahrnehmung signifikant verändert, also die Zeit entweder als viel kürzer als tatsächlich empfunden wird, oder als viel länger: "Losing track of time through delayed body representations", http://dx.doi.org/10.3389/fpsyg.2015.00405